Abmahnungen BVB d. Becker u. Haumann (Diskussionen)

Dieses Thema im Forum "Abmahnung BVB d. Becker und Haumann" wurde erstellt von Krennz, 30. März 2013.

  1. Hallo,

    mich hat es auch erwischt:
    Ich habe die Karten aber einem Kollegen privat verkauft, da ich nicht konnte. Dieser hat sie dann aufgrund von Krankheit bei ebay eingestellt, dies war mir nicht bekannt.

    Vorwurf: ATGB nicht eingestellt und öffentlich bei ebay.

    Wie kann ich mich verhalten? Dankeschön
     
  2. Hallo!

    Mein Rat ist wie immer : Mache nix.

    Im Prinzip ist der private Verkauf NICHT illegal, noch besser wenn Du nachweisen kannst dass Du die Karten verschenkt hast. Allerdings ist jede Diskussion mit den Abmahn Anwälten sinnlos. Die wollen nur Geld und sobald man sich meldet ist das schon ein Erfolg, die habe einen an der Angel.

    Vor Gericht wird Dir jeder Richter Recht geben (siehe BGH Urteil). Bis dahin können die viel schreiben. Den Aufwand für den zum Richter scheuen die Abmahner allerdings gewaltig:
    a) das kostet die erst mal Geld und Zeit (dauert Monate/Jahre)
    b) der Ausgang ist WENN MAN DIE GEGENSEITE NICHT KENNT für die ungewiss

    Insbesondere Punkt b) ist Dein Vorteil. Die kennen Deine Details (was hast Du wann wie gemacht, was ist Dei Preis gewesen usw) nicht - damit ist das Risiko deutlich höher.

    Bis dahin aber gehen 99% der Abmahnfälle in den Abfallkorb. Noch zahlen ja viele brav ihren Betrag, da reicht die Quote und Du bist irgendwann raus.

    Gruß, derwahreklopp
     
  3. Mad

    Mad

    Hallo,

    mal eine kleine bisherige Forum-Zusammenfassung und Ergebnisse meiner Recherche aufgrund meines aktuellen Falls, die ich zur Diskussion stellen möchte. Ebenfalls habe ich zusätzlich Fragen, die sicherlich noch einige andere interessieren könnten:

    Zuerst mal klasse, dass es dieses Forum gibt und auch oft geantwortet wird und es Updates zu den Fällen gibt!! Tja, wie bin ich auf das Forum gestoßen… mich hat es auch erwischt (Becker Haumann...) und stehe vor dem Problem, wie jeder andere auch:
    • Seit 2 Jahren insgesamt 8-mal Tickets bei ebäh verkauft
    • Logo als zusätzliches Bild zu den Karten verwendet (!Also das Logo war nicht nur auf den Tickets, wie bei vielen anderen, sondern separat als Bild eingestellt)
    • Aktuellste Transaktion wird angemahnt, die anderen aufgeführt, aber nicht zum Gegenstand gemacht
    Abgemahnt wird (im quasi „Standardbrief“):
    • Der Angebots-/ Verkaufspreis lag 15% über dem Originalpreis
    • Unautorisierte Nutzung bzw. Abbildung des Vereinslogos
    • Die Tickets sind öffentlich bei ebäh angeboten, veräußert oder weitergegeben worden
    • Die ATGB wurden nicht abgebildet
    • Aber In der UE von BH wird nichts von einer Markenrechtsverletzung erwähnt!
    Oft wird das gleiche oder ähnliche gefragt und oft ähnlich geantwortet. Leider ist man nie sicher, was nun die vollumfängliche Antwort ist und als nicht Jurist ist es schwer, sich die passenden „Absätze“ und „Infos“ zusammen zu basteln. Manche haben ja eine modUE gesendet, manche nicht und bei jedem ist der Fall etwas anders.


    Zusammenfassend gibt es meiner Meinung nach zwei Auffassungen zum Vorgehen (egal ob Tickets verkauft wurden oder nicht und egal, ob ein Logo oder Stadionplan verwendet wurde):

    a) Modifizierte UE zurücksenden wegen der Markenrechtsverletzung (Logo oder Stadionplan separat als Bild verwendet). Diese kann man unter https://www.rechti.de/thread/modifizierte-unterlassungserklaerung.7204/ finden (danke Krennz!).

    b) Keine modUE zurücksenden und gar nicht reagieren (dies vertritt derwahreklopp -> danke dir für die vielen Beiträge!).
    [--> Ich tendiere zu b), meine Gründe werden innerhalb der Fragen erläutert bzw. darauf hingewiesen mit Quellenangaben]



    Ich habe dazu ein paar ungeklärte Fragen (und Teilanworten), die für alle weitere nützliche Infos bringen könnten:

    1. Was ist der Vorteil bzw. Nachteil davon, mit Schreiben und einer modUE oder ohne modUE zu antworten bzw. davon, „nicht reagieren“ --> falls man alle Vorwürfe "widerlegen" kann, wieso dann nicht zurück schreiben und Paragraphen nennen? Bin verunsichert, da jeder Anwalt wehement dazu rät.
    Einer schreibt: "Ist die Abmahnung grundsätzlich berechtigt, aber die geltend gemachten Abmahnkosten erscheinen überhöht, sollte die Unterlassungserklärung fristgemäß abgegeben werden, die Zahlung der Abmahnkosten aber verweigert werden. Damit besteht zwar das Risiko, dass der Abmahner die Anwaltskosten einklagt, in diesem Fall ist das Kostenrisiko deutlich geringer als in einem einstweiligen Verfügungsverfahren, da der Streitwert nur in Höhe der Abmahnkosten besteht (z.B. 1.600 EUR), also wesentlich geringer ist, als der ursprüngliche Streitwert (50.000 EUR). Quelle: https://www.wir-lieben-marken.de/abmahnung-marke-markenrechtsverletzung-erste-hilfe/
    (-> Eine Antwort gibt derwahreklopp bereits unter https://www.rechti.de/thread/modifizierte-unterlassungserklaerung.7204/ )

    2. Es wird öfter davo gesprochen, dass solche Ansprüche bzgl. Markenrechtsverletzung (Logo, Stadionplan..) i. d. R. unbegründet sind, da diese Verletzung nur vorliegt, wenn sie „im geschäftlichen Verkehr“ stattfindet und dies beim Privatverkauf nicht der Fall sei. Probleme könnten aber aus dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) resultieren oder einer Namensrechtsverletzung nach§ 12 BGB.
    Quellen: "Eine Markenverletzung kann z.B. ausgeschlossen sein, wenn überhaupt kein Handeln im geschäftlichen Verkehr vorliegt (§ 14 Abs. 2 MarkenG), eine zulässige Benutzung der Marke als beschreibende Angabe vorliegt..." Quelle: https://www.wir-lieben-marken.de/abmahnung-marke-markenrechtsverletzung-erste-hilfe/.
    Ausfürhlicher: https://www.recht-freundlich.de/abm...markenrechtsverletzung#Markenrechtsverletzung.
    Hat damit jemand Erfragung -sieht dies jemand anders?​

    3. Könnte ich /man grundsätzlich aufgrund der bisherigen 8 Ticketverkäufe als gewerblicher Anbieter eingestuft werden - und damit geschäftlicher Verkehr? Oft liest man ja: „Wer regelmäßig und gewinnbringend Tickets verkauft, läuft Gefahr, im Streitfall als gewerblicher Anbieter zu gelten“

    4. Was würde es denn insgesamt erwartungsgemäß oder maximal Kosten, wenn ich nicht reagieren bis ein offizieller Mahnbescheid vom Gericht kommt (z.B. was kostet der Mahnbescheid, was die Anwaltsschreiben, was die Verzugszinsen oder alles, was sonst noch so anfallen könnte)?

    5. Könnte überhaupt bzw. wenn ja zu welchem Stadium könnte eine Unterlassungsklage angestrebt oder eine einstweilige Verfügung erwirkt werden?

    6. Eine weitere Besonderheit, die oft auftritt ist, dass die Tickets über einen fremden ebäh Account verkauft wurden (so auch bei mir). Gleiche Vorgehensweise wie zuvor in a) und b) zusammengefasst? Die Sache mit den ATGB ist daher ist ja sowieso vom Tisch, wenn ich das richtig sehe (der Verkäufer hat die Tickets ja nicht über den BVB erworben)? [Übrigens hatten sich Becker, Haumann, Mankel… gar nicht erst die Mühe gemacht, den korrekten Nachnamen zum ebäh-Konto des Verkäufers zu recherchieren, dieser ist auf ebäh nur teilweise korrekt angegeben]

    7. Könnten die anderen 7 Ticketverkäufe durch mein Nichtreagieren auch zum Gegenstand einer Abmahnung werden? (wäre ja egal, wenn ich privater Verkäufer bleiben würden oder?)



    Vielen Dank für Eure Beiträge und Hilfe. Frist endet am 19.02.2018
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Februar 2019
  4. Hey Leute,

    auch mich hat es erwischt, obwohl ich nur mal für eine Stunde eine Anzeige geschaltet hatte. Das ganze ist entstanden, da ich mit einem Freund Tickets für das Spiel BVB gegen Bremen gesucht habe.
    Wir haben dann ein passendes Angebot gefunden - allerdings konnten wir maximal 3/4 Karten abnehmen und ich habe deswegen versucht die vierte Karte bereits vorab (Wir haben bis dato keine gekauft!) an jemanden zu vergeben. Nur so konnten wir sichergehen, dass wir auch alle 4 Karten erwerben können.

    Da wir dann noch ein Angebot für 2 Karten gefunden haben, hat sich das Thema erledigt und ich habe die Kleinanzeige auch direkt entfernt.

    Wir sollte ich nun mit der Abmahnung vorgehen? Die Fragen die Mad über mir stellt, stelle ich mir teilweise auch. Am liebsten würde ich das ganze einfach ignorieren in der Hoffnung dass nichts mehr zu mir ankommt.

    Gruß,
    Pascal
     
  5. Hallo MAD, ich bin einfach dem vorformulierten Schreiben von Krennz (R.I.P.) gefolgt und habe quasi zu allen Punkten Stellung genommen.Ich bin nicht der Meinung von " der wahre Klopp" , garnicht zu reagieren. Ich habe mittlerweile das dritte Schreiben in 3 Jahren bekommen, scheint aber doch alles nur heiße Luft zu sein.
    Bis heute sind auch nur Erinnerungsschreiben ,letzte Aufforderungen , also alles in allem nur angstmachende Schreiben angekommen. Schickst du die modUE mit deinen Daten ab,bekommst zu eine "abwehrende Mitteilung" , dass die UE nicht anerkannt wird.
    Somit hast du deine Stellungnahme abgegeben und kannst allen weiteren Schriftverkehr abheften und musst nicht mehr reagieren. Ich gebe " Kloppo" Recht, erst im Falle einer Klageschrift reagieren zu müssen.:D
    in diesem Sinne: Ball hoi...
     
    Mad gefällt das.
  6. Mad

    Mad

    So, ich habe mich entschieden nun erstmal gar nicht zu reagieren und mind. den zweiten Brief abzuwarten. Ich möchte nämlich keine modUE - auch nicht für den Logoverstoß - abgeben, da ich rechtlich nichts getan habe (vgl. BGH Urteil sowie u.a. § 14 Abs. 2 MarkenG und § 23 MarkenG). Mich hat der Artikel zur einstwilligen Verfügung zu dieser Entscheidung gebracht. Diese werden BH kaum beantragen vor Gericht, da dann jeder "Schadensersatz" der Staatskasse zufließt - und davon hat dann BH nichts (https://www.anwalt.de/rechtstipps/was-sollte-bei-der-abgabe-einer-modifizierten-unterlassungserklaerung-beachtet-werden_072154.html).

    Edit:
    Ich habe "zur Erweiterung" und für alle zur Info § 23 MarkenG noch hinzugefügt, da es hier um die (im unteren Beitrag von "derwahreklopp" angesprochene) "Benutzung der Marke als beschreibende Angabe" handelt. Danke für den Hinweis, den § 23 hatte ich glatt vergessen aufzuzählen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Februar 2019 um 16:54 Uhr
  7. Hallo Lapaloma,

    danke zunächst dass Du die Erfahrung auch teilst, dass die Abmahner viel heiße Luft pumpen mit den diversen Anschreiben. Nach 3 Jahren ist der Spuk dann eh verjährt.

    Leider zeigt meine Erfahrung aber auch dass wenn man reagiert (und sei es nur die ModUE zurücksenden) erhäht das die Wahrscheinlichkeit dass die Abmahner dem nachgehen. Die ModUE kann man auch nach 3 Jahren noch unterschreiben wenn es denn nötig ist. Ich habe bis heute keine UE unterschrieben. es geht ja auch gar nicht um die UE - es geht ums Geld. Nichts anderes.

    Der erste Test ist immer der gerichtliche Mahnbescheid.

    Gruss, derwahreklopp
     
  8. Hallo Mad,

    ich versuche mal zu anworten:

    1. Was ist der Vorteil bzw. Nachteil davon, mit Schreiben und einer modUE oder ohne modUE zu antworten bzw. davon, „nicht reagieren“ --> falls man alle Vorwürfe "widerlegen" kann, wieso dann nicht zurück schreiben und Paragraphen nennen? Bin verunsichert, da jeder Anwalt wehement dazu rät.

    derwahreklopp: Ja klar, jeder Anwalt verdient sein Geld mit eben solchen UE hin und her Schiebereien. Es gibt hier eine komplette "Anwaltsindustrie" die sich gegenseitig die Formulare zuschicken, der Mandant (=du) zahlt. Ich kenne Anwälte die klar sagen : "Wenn Du nicht gerichtlich musst - unterschreibe keine UE!"
    Die UE soll nur dazu dienen Druck aufzubauen und schon mal ein quasi "Schuldanerkenntnis" zu bekommen. Und eine Reaktion - aha den gibt es und er war es.

    2. Es wird öfter davo gesprochen, dass solche Ansprüche bzgl. Markenrechtsverletzung (Logo, Stadionplan..) i. d. R. unbegründet sind, da diese Verletzung nur vorliegt, wenn sie „im geschäftlichen Verkehr“ stattfindet und dies beim Privatverkauf nicht der Fall sei. Probleme könnten aber aus dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) resultieren oder einer Namensrechtsverletzung nach§ 12 BGB.
    Quellen: "Eine Markenverletzung kann z.B. ausgeschlossen sein, wenn überhaupt kein Handeln im geschäftlichen Verkehr vorliegt (§ 14 Abs. 2 MarkenG), eine zulässige Benutzung der Marke als beschreibende Angabe vorliegt..." Quelle: https://www.wir-lieben-marken.de/abmahnung-marke-markenrechtsverletzung-erste-hilfe/.
    Ausfürhlicher: https://www.recht-freundlich.de/abm...markenrechtsverletzung#Markenrechtsverletzung.
    Hat damit jemand Erfragung -sieht dies jemand anders?

    derwahreklopp: Gute Recherche. Das bestätigt dass die Vereine gewerbliche Vorschriften gerne auf private Personen ausdehnen ohne zu klären ob das überhaupt rechtens ist. Mein zusätzliches Argument ist dass das Logo Teil der Karte ist, auch der Stadionplan. Wie im Falle der adidas T-Shirts, da ist das Logo auch mit dabei. Markenrechte sollen bei Produktpiraterie schützen, du verkaufts ja eine Originalkarte mit Original Logo. :p


    3. Könnte ich /man grundsätzlich aufgrund der bisherigen 8 Ticketverkäufe als gewerblicher Anbieter eingestuft werden - und damit geschäftlicher Verkehr? Oft liest man ja: „Wer regelmäßig und gewinnbringend Tickets verkauft, läuft Gefahr, im Streitfall als gewerblicher Anbieter zu gelten“

    derwahreklopp: Das musst Du sehr sauber argumentieren - also jeden Fall erklären warum Du nicht konntest. Sonst ist bei der Menge ín der Zeit die Grenze zum gewerblichen Verkäufer schnell erreicht.

    4. Was würde es denn insgesamt erwartungsgemäß oder maximal Kosten, wenn ich nicht reagieren bis ein offizieller Mahnbescheid vom Gericht kommt (z.B. was kostet der Mahnbescheid, was die Anwaltsschreiben, was die Verzugszinsen oder alles, was sonst noch so anfallen könnte)?

    derwahreklopp: Der Mahnbescheid kostet Dich nichts ausser Rücksendung. Die Kosten für den Mahnbescheid trägt die Gegenseite (zB. 45 Euro), das scheuen die Abmahner durchaus. Dann lieber Briefe schreiben :)

    Die Kosten für Abmahnungen sind per Gesetz gedeckelt. Maximal 1000 Euro und die Anwaltskosten. Nun hat der Abmahner ja schon mal seine Forderung vorgelegt (zB 250 Euro). Da kann er nicht beliebig nach oben korrigieren. Die RA Kosten sind bei bis zu 500 Euro 45,00 und bei bis zu 1000 Euro Forderung 80,00. Dann kommt der Faktor 1,3 dazu und ein paar Euro für die anwaltliche Auslagenpauschale (Schreiben, Porto). Verzugszinsen können erst eintreten, wenn es eine gerichtlich bestätigte Forderung gibt. Achtung : Abmahnung ist NICHT eine Mahnung.


    5. Könnte überhaupt bzw. wenn ja zu welchem Stadium könnte eine Unterlassungsklage angestrebt oder eine einstweilige Verfügung erwirkt werden?

    derwahreklopp: Nur per Gerichstverfahren. Der normale Weg für solche Verfahren ist der "gerichtliche Mahnbescheid".

    6. Eine weitere Besonderheit, die oft auftritt ist, dass die Tickets über einen fremden ebäh Account verkauft wurden (so auch bei mir). Gleiche Vorgehensweise wie zuvor in a) und b) zusammengefasst? Die Sache mit den ATGB ist daher ist ja sowieso vom Tisch, wenn ich das richtig sehe (der Verkäufer hat die Tickets ja nicht über den BVB erworben)? [Übrigens hatten sich Becker, Haumann, Mankel… gar nicht erst die Mühe gemacht, den korrekten Nachnamen zum ebäh-Konto des Verkäufers zu recherchieren, dieser ist auf ebäh nur teilweise korrekt angegeben]

    derwahreklopp: Die Abmahner gehen nur dem Orginal Käufer nach, also demjenigen der die Karten vom Verein gekauft hat. der hat ja auf jeden Fall die ATGB gelesen bzw. akzeptiert. Ein Drittkäufer kann ja ganz einfach sagen "ATGB ??? kenne ich nicht" und ist raus. Das gewinnen die nie. Aber Stadionsperren soll es gegeben haben.

    7. Könnten die anderen 7 Ticketverkäufe durch mein Nichtreagieren auch zum Gegenstand einer Abmahnung werden? (wäre ja egal, wenn ich privater Verkäufer bleiben würden oder?)

    derwahreklopp: Im Strafverfahren gibt es das Immutabilitätsprinzip, d.h. nur mit Zustimmung des Beklagten (!) kann die Klage erweitert werden. Und wir haben es hier noch nicht einmal mit einer Strafsache zu tun. Also gleich mal alles auf den Tisch. Wenn die das nicht getan haben - selber Schuld. Käme es je zu einem Gerichtsverfahren würde ich dann dazu fordern, dass damit alle Forderungen bis zum Datum "heute" abgegolten sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Februar 2019 um 08:15 Uhr
  9. Moe

    Moe

    Hallo Leute,

    Ich habe heute eine emil bekomme von BH,

    Mir wurde ebenfalls alles vorgeworfen was hier aufgelistet wurde.

    Ich habe die Tickets über die VfB Stuttgart Seite erworben. Musste mich auf ihre Homepage anmelden um Tickets zu erwerben.

    Das Spiel war letztes Jahr 2018 im Dezember. Wir haben Combi Tickets gekauft. 2 Spiel a 2 Tickets, zum ersten Spiel konnten wir antreten aber beim 2. Spiel waren wir privat verhindert haben auch für mich kein Ersatz gefunden.

    Mein Freund sagt mir stell es in ebay Kleinanzeigen rein, das ich auch machte ! Fotos von den Karten so wie Stadion Platz.

    Nach 2 Monaten habe ich die Email bekommen. Ein Telefonat mit Geschäftsleitung des VfB, Versicherten sie mir das die Email richtig und rechtens wäre !

    Ich könnte die Karten in der kurzen zeit nicht verkaufen.

    Was soll ich jetzt machen? Was ist ein modUE

    MfG moe
     
  10. Hallo,

    ich habe gestern ebenfalls eine besagte E-Mail erhalten und erwarte einen entsprechenden Brief auf dem Postweg. Ich habe in der letzten Nacht kaum geschlafen, da ich mit dieser Situation weder gerechnet bzw. zuvor eine vergleichbare erlebt habe.

    Mir wird folgendes vorgeworfen:

    • Die ATGB wurden nicht abgebildet
    • Unautorisierte Nutzung bzw. Abbildung des Fotos.
    • Der Angebotspreis lag 15% über dem Originalpreis

    Das habe ich gemacht:

    • 2 Karten für das Spiel Werder gg. Mainz angeboten
    • ATGB nicht abgebildet
    • Bild des Stadioninnenraumes verwendet
    • Preis lag über 15 % des Originalpreises

    Weiter gilt:

    • Die Karten wurden nicht durch meine Person bei Werder bestellt
    • Es fand kein Verkauf statt (Aktion wurde durch ibäi-Kleininserate beendet
    und
    • Ich habe in den letzten 2 Jahren je Halbjahr 1 x 2 Tickets verkauft, da ich mich für alle Heimspiele bewerbe, Tickets zum Teil dann auch bekomme und letztendlich auch persönlich verwende. Aufgrund von Familienfeiern, etc. ist das aber nicht immer möglich. Der Verkauf ist somit nicht gewerblich ausgerichtet. Der erhöhte Verkaufspreis richtet sich halt nach dem Marktpreis. Auch ich habe bereits das doppelte für eine Karte bezahlt, weil ich einen Freund begleiten wollte. In meinen Augen ein für meine Person ausgleichendes Vorhaben...

    Das interessiert unsere Freuden von besagter Kanzlei aber wohl kaum ...

    Nach lesen der ersten 50 Seiten ... entschloss ich mich die modUE aufzusetzen und mich auf das BGH-Urteil zu beziehen (a). Die Beiträge aus 2019 (Der wahre Klopp) bringen mich zu der Überlegung nicht zu reagieren und es darauf ankommen zu lassen (b).

    Da ich aufgrund dieser "Abmahn-Problematik" keine Lust mehr habe, jemals Werder-Tickets online zu verticken tendiere ich zu (a) die modUE abzuschicken, da ich eben o. g. Bild verwendet habe.

    Meine Fragen:
    1. Warum bezieht die modUE nicht die Problematik der fehlenden ATGB und des erhöhten Kaufpreises ein?
    2. Ist folgende Wortwahl "in Ordnung" für ein Begleitschreiben zur modUE

    "Sehr geehrte Damen und Herren,

    das durch Sie benannte Angebot galt als Privatverkauf und ist aufgrund des BGH-Urteils vom 11.09.2008 (Az. I ZR 74/06) nicht untersagt.

    Die im benannten Angebot angebotenen Tickets wurden durch meine Person nicht von Werder Bremen erworben.

    Mit freundlichem Gruß"

    3. Aus purem Interesse: Ist meine Annahme richtig, dass sich diverse Anwälte für die "Gegenseite" also unsere Seite positionieren und entsprechend ebenso wie die abmahnenden Anwälte profitieren wollen? Oder lohnt es sich durchaus einen Anwalt zu konsultieren? Mit welchen Kosten ist hier zu rechnen? Hat es einen Vorteil/Nachteil?

    Zum Schluss mein Dank an die Hilfe aller die sich hier an der Diskussion beteiligen. Ich bin zwar noch nicht vollständig beruhigt, aber meine Sorgen haben sich gelegt. Ich bin sehr zuversichtlich, wieder ordentlich ein- und durchschlafen zu können. Vielen Dank.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Februar 2019 um 21:36 Uhr
  11. Hallo Moe,

    das ist ja dreist ! Da musst Du ein Combi Ticket kaufen um Dein Spiel zu sehen? Und dann willst Du die Karten von dem zweiten "ungewollten" Spiel loswerden und bekommst eine Abmahnung.

    Wie immer: Du hast nichst illegales gemacht ! Der private Verkauf eines Fussball Tickets ist völlig legal. Das hat das BGH Urteil vom 11.9.2008 (Az. I ZR 74/06) ja bereits bestätigt. Und wenn es richtig verstehe hast Du noch nicht einmal Geld bekommen. Da möchte ich gerne mal den Richter sehen der Dich verklagt bei einem derartigen Verlustgeschäft.

    Die UE ist eine Unterlassungserklärung. Die modUE ist eine modifizierte Unterlassungserklärung, in der die Inhalte der ursprünglich geforderten UE geändert werden, So will man den Ticketkauf und - verkauf für ALLE Spiele in der Zukunft zu untersagen. Abmahnen kann man aber nur den konkreten Fall.

    Aber auch ein modUE klebt ein Leben lang (!) an einem. Von daher würde ich nie ohne gerichtliche Anweisung ein UE oder modUE unterschreiben.

    Tut auch gar nicht nötig. Der Abmahner will nur Geld. Die UE interessiert ihn eigentlich einen Scheißdreck, aber als Schuldanerkenntnis hat er schon mal ein Augument in der Ahnd.

    Also - lass das Ganze jetzt ruhen und mache nix. Um an Dein Geld zu kommen liegt die Latte sehr hoch und da sollen die sich mal anstrengen. Nach 3 Jahren ist das Ganze verjährt.

    Gruss, derwahreklopp
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Februar 2019 um 09:42 Uhr
  12. Hallo marcopolo,

    da Du die Karten nicht Original von Werder gekauft hasts unterliegst Du auch nicht unbedingt den ATGB. Du hast ja *Deine* Bedingungen mit dem Original Erwerber. Sollen die sich doch an den wenden. :p

    Deine Antwort kann man so absenden - aber OHNE modUE ! Wenn Du nichts unrechtes gemacht hasts warum die modUE unterschreiben? So etwas wird vor Gericht eher als Schuldanerkenntnis gesehen. Die interessiert die auch gar nicht. Die wollen nur Geld.

    Leider zeigt meine Erfahrung dass es besser ist gar nicht zu reagieren. Deine Argumente verfallen nicht und solange kein Gericht sich meldet (zB gerichtlicher Mahnbescheid) ist das Ganze nur Bluff.

    Denke daran - eine Unterlassungserklärung gilt ein Leben lang.

    Gruss, derwahreklopp
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Februar 2019 um 09:41 Uhr
  13. Vielen Dank für Deine Rückmeldung.

    - Die modUE möchte ich zurücksenden, da ich ja tatsächlich das geschützte Foto verwendet habe und mich damit "auf der sichereren Seite" sehe.
    - Kannst Du noch einmal Bezug auf meine Frage 1 nehmen?
    - Auf die Abmahnung gar nicht zu reagieren finde ich schwierig. Mir oder auch anderen wird etwas vorgeworfen, hiergegen möchte man sich wehren. Deshalb ein separates Schreiben neben der möglichen modUE. Es ist einfach die Angst vor weiteren Schritten dieses Anwaltes.
     
  14. Warum willst Du Dich für die Nutzung des Fotos rechtfertigen? Sollen die doch eine Verletzung erst mal stichhaltig nachweisen. Ausserdem gilt ja dass dieses ein privater Verkauf ist.
    "Eine Markenverletzung kann z.B. ausgeschlossen sein, wenn überhaupt kein Handeln im geschäftlichen Verkehr vorliegt (§ 14 Abs. 2 MarkenG), eine zulässige Benutzung der Marke als beschreibende Angabe vorliegt..." Quelle: https://www.wir-lieben-marken.de/abmahnung-marke-markenrechtsverletzung-erste-hilfe/.

    Gerade weil Du Dich meldest werden die erst recht nicht aufhören zu boren. Die erste Schuldanerkenntnis haben die in der Form der modUE schon mal in der Hand, jetzt geht es ans Zahlen.


    Ich verstehe ja dass man sich wehren will, aber die Taktik zahlt sich nicht aus. Es sei denn Du willst das schnell beenden weil Dir das Ganze auf den Keks geht. Dann wirst Du auch um die Zahlung nicht herum kommen. Angst brauchst Du nicht zu haben. Das ist hier wie Falsch Parken, eine rein sachliche Vorgehensweise. Die Kosten sind gedeckelt dank dem Gesetzgeber.

    Jetzt noch zu Deiner Frage 1:
    "1. Warum bezieht die modUE nicht die Problematik der fehlenden ATGB und des erhöhten Kaufpreises ein?"

    Eine modUE versucht sich ausschließlich auf den einzelnen Vorgang an sich zu fokussieren und vermeidet pauschale Bindungen. Aber modUE's gibt es in vielen Varianten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Februar 2019 um 15:34 Uhr
  15. Eine Rückmeldung von meiner Seite:

    Ich habe die Abmahnung zur "kostenlosen Ersteinschätzung" einem Anwalt übergeben. Ich bin gespannt was ich für eine Rückmeldung erhalte und werde hiervon berichten. Derartiges konnte ich beim lesen der Beiträge bisher nicht finden.

    Mich wundert es zudem sehr, dass diese Abmahnung über mehrere Jahre immer wieder verschickt werden. Es muss sich somit in jedem Fall für die Kanzlei finanziell lohnen, da schienbar irgendwelche Leute "einfach so" bezahlen, weil sie es nicht besser wissen oder einfach zu eingeschüchtert sind. Das ist unfassbar/traurig.
     
  16. Da bin ich mal gespannt. Wäre dankbar über eine Rückmeldung.

    Gruß, derwahreklopp
     

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