BGH-Urteil zu Ticketverkauf

Dieses Thema im Forum "Abmahnung BVB d. Becker und Haumann" wurde erstellt von Krennz, 6. Juni 2013.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Krennz

    Krennz Guest

    BGH, Urteil vom 11. 9. 2008 - I ZR 74/06 - bundesligakarten. de; OLG Hamburg (Lexetius.com/2008,3425)

    Gefunden bei http://lexetius.com/2008,3425
     
  2. Krennz

    Krennz Guest

    Dazu schreibt die Verbraucherzentrale Schleswig Holstein

    Gefunden: http://www.verbraucherzentrale-sh.de/Pr ... ulaessig-1
     
  3. Krennz

    Krennz Guest

    Wenn ich beide Kommentare betrachte komme ich zu dem Schluss, dass ein Veranstalter zwar das Recht hat Schleichbezug durch gewerbliche Käufer/Wiederverkäufer zu unterbinden, aber.

    Private Käufer, die aus persönlichen Gründen, weil sie verhindert sind, oder weil sie mal keine Lust haben, ihre Tickets verkaufen, werden vom BGH geschützt.

    Hier hat der Veranstalter kein Recht dazu eine Unterlassungserklärung für die Zukunft zu verlangen und den rein privaten Käufer/Verkäufer dafür abzumahnen.

    Anders sieht es bei Verletzung des Urheberrechts und des Markenrechts aus.

    Sowohl Stadionplan/Sitzplan, als auch Logos und geschützte Bezeichnungen wie der Schriftzug "Borussia Dortmund und oder BVB09" sind geschützt und die Benutzung der auf den Internetseiten abgebildeten Dinge kann abgemahnt werden.

    Macht der Verkäufer selber ein Foto vom Ticket (Zeitstempel der Digitalkamera verwenden) handelt es sich um ein Foto der angebotenen Ware und müsste m.E. straffrei bleiben.
     
  4. Krennz

    Krennz Guest

  5. Krennz

    Krennz Guest

    Mal zusammengefasst:

    1. Der BGH erlaubt reine Privatverkäufe aus einer Notlage heraus, weil z.B. der Arbeitgeber einen Schichtarbeiter anders eingeteilt hat, oder der Ticketkäufer krank wurde, wo anders wichtigere Termine hat oder einfach keine Lust hat etc.

    2. Der BGH bestätigt in seinem Ureil unter Textziffer 40 das es keine gesetzliche Bindung für Ticketpreise gibt. In Deutschland gibt es gemäss UWG und GWB keine Preisbindung. Damit ist der § 6 ATGB und alle entsprechenden Klauseln in der DFL unwirksam.

    3. Die einzige Handhabe ist die Benutzung von markenrechtlich und urheberrechtlich geschützten Inhalten wie z.B. Logo, STadionplan, Bilder etc. Doch, ein selbstgefertigtes Foto der Karte verstösst nicht gegen diese Gesetze und ist nicht abmahnwürdig.

    4. Schleichbezug ist strafbar. Schleichbezug ist, wenn ich z.B. hingehe mir 6 Karten kaufe 2 behalte und 4 mit Gewinn weiterverkaufe um meine Tickets damit zu finanzieren.

    BuH und BD haben eigentlich keine Handhabe gegen rechtmässig handelnde Privatverkäufer. Damit müsste dann der Ausschluss vom Ticketbezug eigentlich eine Kontrollklage auslösen. Die BD unter diesen Voraussetzugen verlieren würde. (mM)
     
  6. Krennz

    Krennz Guest

    In seinem Urteil bezieht sich der BGH auf einen Aufsatz über Fussball-WM- Tickets

    http://www.juratelegramm.de/faelle/privatrecht/NJW_2005_934.htm

    Darin heisst es u.a.
    Der in diesem Aufsatz vertretenen Rechtsauffassung bezüglich der Interessen von Verein und Käufer, dass die Interessen eines Privatkäufers im Verhinderungsfall höher einzuschätzen sind, als die des Vereins, schliesst sich der BGH an.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 27. März 2014
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen